Laufstrecke am Lech, ab Osramsteg
6,2 km
von Wilfried Matzke (Frühjahr 1998)
| Auf der östlichen Seite des Lechs kann man vom Süden des Augsburger Stadtgebietes bei der Lechstaustufe 23 bis zur nördlichen Stadtgrenze bei Stettenhofen 24 Kilometer laufen, ohne eine Straße überqueren zu müssen. Welche andere Großstadt bietet ähnliches? Der Lech mit seinen Grünanlagen ermöglicht vielen Augsburgern aus den östlichen Stadtteilen ihr Lauftraining direkt an der Haustür zu beginnen. Unsere heutige Strecke über 6,2 Kilometer beginnt auf der Ostseite des Osramsteges, auf dem die Lokalbahn den Lech überquert. Wir haben uns dort mit Dr. Andreas Weniger verabredet. Der ehemalige Langstreckenläufer der Spitzenklasse kennt und liebt die Laufstrecken entlang des Lechs. Hier am Fluß hat Andreas seine Kindheit verbracht und später von der elterlichen Wohnung in Hochzoll-Nord aus unzählige Kilometer absolviert. |
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An diesem Stadtteil vorbei geht unser Kurs entlang des östlichen Lechufers flußaufwärts. Wir unterqueren die Friedberger Straße und danach die Münchner Eisenbahnstrecke. Immer mehr Läuferinnen und Läufer begegnen uns. Als laufender Mediziner freut sich Andreas natürlich über den nicht nachlassenden Laufboom und redet gerne und überzeugend von den gesundheitlichen Vorteilen. Er spricht aber auch von gewissen Gefahren: "Laufen bei Grippe birgt ein besonderes Risiko." Seine generelle Empfehlung lautet: "Vor Aufnahme eines Lauftrainings nach längerer, sportlicher Pause grundsätzlich zum Arzt gehen!" Am Hochablaß haben wir beide die Hälfte geschafft und wechseln die Flußseite. Nun geht es zwischen Lech und Eiskanal flußabwärts, das heißt spürbar bergab. Bei der Olympia-Kanustrecke von 1972 laufen wir auf olympischem Boden. 1984 hat Andreas die Teilnahme an der Olympiade knapp verfehlt. "Die westdeutsche Marathon-Konkurrenz war zu dieser Zeit so stark wie noch nie", sagt er. Die Spiele von 1988 waren dann kein Thema mehr. Die berufliche Ausbildung hatte bereits absoluten Vorrang. Nach der Friedberger Brücke kommt man in eine schöne Grünanlage. Früher hat Andreas gerne den kleinen Berg für seine "Hügelsprints" genutzt. Erstaunlicher Weise begegnen uns an diesem stadtnahen Lechufer viel weniger Leute als auf der östlichen Seite. Bereits auf der Höhe des Osram-Lampenwerkes reduzieren wir allmählich unser Tempo, überqueren dann den Osramsteg und schließen so die Runde von etwa 6,2 Kilometern. Etwa 32 Minuten zeigt die Uhr, das heißt wir haben 5:10 Minuten für den Kilometer gebraucht. Für "Andi", wie er unter Läufern genannt wird, ist aber noch lange nicht Schluß. Er nutzt seinen freien Nachmittag ohne Sprechstunde und will nach unserem gemütlichen Lauf noch "etwas Tempo" machen. Überhaupt sind für ihn beim Laufen Variationen besonders wichtig. "Öfters Geschwindigkeit, Streckenprofil, Untergrund und seine Laufschuhe wechseln", empfiehlt er den ambitionierten Läufern. "Dadurch wird das Training effektiver und die Verletzungsanfälligkeit sinkt." Wer erst mit dem Laufen beginnen möchte, dem rät Andreas: "Mindestens eine halbe Stunde in Bewegung bleiben ! Nach Belieben Gehpausen einlegen." Zum Thema Geschwindigkeit sagt er: "Für die Gesundheit optimal ist ein Lauftempo, bei dem man sich noch gut unterhalten kann." Von einem ausschließlich am Pulsschlag orientierten Training hält der Mediziner wenig: "Lieber mit Gefühl laufen !" Wer sich zwanglos einer Gruppe anschließen möchte, der ist jeden Sonntag um 10:00 Uhr am Kiosk beim Hochablaß richtig. |